Tagestipps im Radio

Tagestipps

Montag 18:25 Uhr Ö1

Journal-Panorama

Politisch Verfolgte von damals fordern Unterstützung im Alltag und mehr Anerkennung und Respekt. Gestaltung: Andrea Beer (ARD) Das Hoxha-Regime war in Albanien eine Zeit des Schreckens: Praktisch niemand war vor Verfolgung, Haft, Verbannung oder gar Hinrichtung sicher. Etwa 100.000 Menschen wurden während der kommunistischen Diktatur 1946-1991 in Gefängnisse und Arbeitslager gesteckt, etwa 10.000 überlebten das nicht. Rund 20.000 Familien von Angehörigen wurden enteignet; bisher hat niemand geraubtes Eigentum zurückbekommen. Verbände ehemals politisch Verfolgter haben seit dem Zusammenbruch des Regimes 1991 mühsam Entschädigungen und das Recht auf Akteneinsicht erkämpft. Doch noch immer findet an den Schulen praktisch keine Aufarbeitung der Hoxha-Zeit statt, nur wenige Seiten in den Geschichtsbüchern behandeln das Thema. Viele kommunistische Eliten glitten von der Diktatur in die Demokratie und auch Täter von damals sind heute, so wie auch ihre Nachkommen, in der Politik, der Wissenschaft und in hohen Posten der Justiz tätig. Die im Kommunismus Verfolgten werden nach wie vor oftmals angefeindet, doch sie lassen sich nicht mundtot machen.

Montag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Publikumswunsch: Die Frauen der Pariser Kommune (1/2) Von Brigitte Granzow Vergessene Freiheitskämpferinnen Mit Maria Barring, Gretl Brand, Ricarda Benndorf, Verena Buss, Carmen Renate Köper, Marlene Riphahn, Gisela Trowe, Grete Wurm, Rudolf Jürgen Bartsch, Adolf Furler, Alois Garg, Peter Lieck, Matthias Ponnier, Günther Sauer und Robert Seibert Regie: Hein Bruehl Produktion: WDR 1971

Montag 19:05 Uhr SWR2

SWR2 Tandem

Ein Brief an den Diktator - Axel Schüler zu 60 Jahre Amnesty Moderation: Frauke Oppenberg Redaktion: Nadja Odeh Wie Amnesty International hat auch Axel Schüler dieses Jahr seinen 60. Geburtstag gefeiert. Er war 16, als er zur Amnesty Gruppe Ettlingen stieß. Das war 1977. Das Jahr, in dem die Menschenrechtsorganisation den Friedensnobelpreis erhielt. Damals schrieb man noch Appellbriefe auf blauem Luftpostpapier, um in aller Welt die Freilassung politischer Gefangener zu fordern oder Hinrichtungen zu stoppen. Seit über 40 Jahren engagiert sich der gelernte Industriekaufmann nun schon für Amnesty. An der Menschenrechtsarbeit hat sich viel verändert, aber er ist dabeigeblieben. Ehrenamtlich und beständig.

Montag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Maritimer Wahrnehmungswandel Oder: Was lebt noch im Mittelmeer? ("Dekade der Ozeane") Von Daniel Schmid Die Ökosysteme im Mittelmeer unterliegen drastischen Veränderungen. Da diese schleichend stattfinden, wird dieser Wandel generationsübergreifend kaum wahrgenommen - mit dramatische Folgen für die Biodiversität. In der Umweltforschung spricht man in diesem Zusammenhang vom "Shifting Baseline Syndrom, einer Wahrnehmungsverzerrung: Von Generation zu Generation verschiebt sich die Vorstellung des "Natürlichen", weil als Vergleichspunkt nicht die unberührte Natur, sondern die eigene Erinnerung dient. Deshalb nehmen beispielsweise ältere Fischer den Rückgang der Biodiversität im Mittelmeer stärker wahr als jüngere Fischer. Dieses Konzept der "Shifting Baselines" wurde 1995 von dem Meeresbiologen Daniel Pauly entwickelt. Stellt sich die Frage: Wie ist es um die Biodiversität im Mittelmeer tatsächlich bestellt?

Montag 20:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

In Concert

Konzerthaus Wien Aufzeichnung vom 12.9.2020 Avishai Cohen Trio: Avishai Cohen, Kontrabass und Gesang Elchin Shirinov, Klavier Roni Kaspi, Schlagzeug Moderation: Matthias Wegner

Montag 21:00 Uhr Bremen Zwei

Hörspiel: Mögen Sie Emily Dickinson?

Bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts musste Emily Dickinson (1830 - 1886) warten, bis ihre knapp 1800 Gedichte in einer Gesamtausgabe erscheinen konnten. Gedichte, die die amerikanische Literaturgeschichte inzwischen dazu veranlasste, die scheinbar weltentrückte "Einsiedlerin von Amherst" zu ihrer größten Dichterin auszurufen.

Montag 22:00 Uhr MDR KULTUR

Adler und Engel

von Juli Zeh Jessie ist tot. Sie hat sich erschossen, als sie mit Max telephonierte. Zu Schulzeiten der geborene Versager, picklig und übergewichtig, hat Max aus sich selbst das Projekt seines Lebens gemacht: einen Karrierejuristen. Innerhalb von zehn Jahren hat er sich hochgearbeitet, aus eigener Kraft, wie er glaubte. Zu Rufus nach Wien, auf den Olymp des Völkerrechts, von wo aus die Staatengemeinschaft aussieht wie ein paar Kinder, die sich gegenseitig Sand in die Augen werfen. Aber dann ist Jessie wieder aufgetaucht, und mit ihr das einzige echte Gefühl in Max" Leben: die bodenlose Liebe zu der kindlich-verrückten Tochter eines millionenschweren Drogenhändlers. Als Jessie stirbt, schmeißt Max seinen Job. Er sitzt in Leipzig und beschließt, den Rest seiner Lebenszeit nach der Menge an Kokain zu bemessen, die er sich noch kaufen kann. Max ist am Ende. In Rückblenden entfaltet sich so das private Drama von Jessie und Max, das sich als Teil einer viel größeren, politischen Tragödie erweist: Jessie ist in internationale Drogengeschäfte verwickelt, mit denen große Teile des Krieges auf dem Balkan finanziert werden. Ihre seltsame Liebe ist ein Produkt jenes zynischen Miteinanders von Bürgerkriegshelden, Völkermördern, Drogenhändlern und UNO-Politikern, die Schreckliches zulassen, um noch Schrecklicheres zu verhindern. Und auch Max muss erkennen, dass er als EU-Osterweiterungsexperte im Dienst des organisierten Verbrechens stand. Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, studierte Jura sowie Literatur am Deutschen Literatur-Institut in Leipzig. Sie ist Volljuristin und ehrenamtliche Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg. Ihre publizistische und literarische Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. Auf ihr Debut "Adler und Engel" folgten bis heute mehrere Romane, die auf große Resonanz bei Publikum und Kritik stießen. Der MDR realisierte "Spieltrieb" (2005) und "Schilf" (2007) als Lesungsproduktionen sowie "Leere Herzen" (2017) als Hörspielmehrteiler. Regie: Stefan Kanis Bearbeitung: Stefan Kanis Komponist: Julia Hummer Produktion: MDR 2006 Sprecher: Fabian Busch - Max Julia Hummer - Jessie Matthias Walter - Shershah Harald Schrott - Ross Ernst Konarek - Herbert Dieter Mann - Rufus Liv-Juliane Barine - Anwältin (70 Min.)

Montag 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute die Wiederholung vom Podcast "Tatort Pop" mit Goetz Steeger, heute mit den ersten beiden Folgen "Die 90er - Eurodance" und "Die 90er - Female Power".

Montag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Kriminalhörspiel

Die Phantome des Hutmachers Nach dem Roman von Georges Simenon Aus dem Französischen von Eugen Helmlé Bearbeitung und Regie: Janine Lüttmann Mit: Burghart Klaußner, Wolfgang Pregler, Martin Seifert, Effi Rabsilber, Julian Greis, Tino Mewes, Alexander Radszun, Josefine Israel, Marion Breckwoldt, Friedhelm Ptok, Jürgen Uter, Markus John, Kai Hufnagel, Maximilian Scheidt, Marie Löcker, Katja Brügger, Marion Gretchen Schmitz, Tilo Werner, Theresa Berlage, Lientje Fischhold Komposition: Andreas Bick Ton und Technik: Christian Alpen, Sabine Kaufmann Produktion: NDR 2020 Länge: 54"30 Eine Stadt in Angst: Im nebelverhangenen La Rochelle geht ein Mörder um, der des Nachts alte Damen erdrosselt. Psychogramm eines Getriebenen und Gruselklassiker von Georges Simenon. La Rochelle im Spätherbst. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Stadt ist abends nahezu verwaist, denn ein Mörder geht um, der alte Frauen bestialisch erwürgt. Der Polizei fehlt bislang jeder Anhaltspunkt. Nur der Schneider Kachoudas, ein armer Migrant, kommt dem Mörder zufällig auf die Schliche. Wird er den vermögenden, angesehenen Mann verraten? Würde man ihm glauben? Zwischen dem Mörder und seinem unfreiwilligen Mitwisser entspinnt sich eine bemerkenswerte Beziehung. Derweil geht das Morden weiter. Ein beklemmendes, raffiniertes Psychogramm und ein Klassiker der Non-Maigrets von Georges Simenon. Georges Simenon, belgischer Schriftsteller, geboren 1903 in Lüttich, starb am 4. September 1989 in Lausanne. Autor von Romanen, Erzählungen und über 1.000 Kurzgeschichten, auch unter verschiedenen Pseudonymen. Mit 16 Jahren schrieb er bereits Reportagen, 1921 wurde sein erster Roman verlegt. Seinen literarischen Ruhm verdankt er der Figur des kleinbürgerlichen Pariser Kommissars Jules Maigret, dem er 75 Romane widmete. Simenon lebte in Paris, Kanada, den USA und der Schweiz. Er zählt zu den meistgelesenen und meistübersetzten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Die Phantome des Hutmachers

Montag 23:00 Uhr Eins Live

1LIVE Reportage

Frau sein 2021 Von Lena Breuer Frau sein im Jahr 2021 - was heißt das eigentlich? Von #metoo über Gendersternchen bis hin zur Diskussion über ungerechte Bezahlung - 1LIVE Reporterin Lena Breuer trifft fünf junge Frauen mit ganz unterschiedlichen Lebensmodellen. Wo finden wir uns wieder - zwischen Feminismus, Tradition, Selbstbestimmung und Familienglück? "Es ist einfach Zeit, dass sich noch viel mehr ändert", meint zum Beispiel Sophia. Die 23jährige ist "irgendetwas zwischen Studentin, Feministin und Journalistin" - so beschreibt sie sich selbst. Mit ihrem Instagramkanal @die_millenial erreicht sie knapp 17.000 Menschen und teilt mit ihnen Gedanken über Feminismus, queeres Leben und Gendergerechtigkeit. Frau sein, das bedeutet für Sophia: Sich aktiv für mehr Gleichberechtigung einzusetzen - auch wenn ihr oft Hass aus dem Netz entgegenschlägt. Wie sieht für sie gelebter Feminismus aus? "Ich finde es faszinierend und manchmal lustig, wie anders deutsche Frauen über die Liebe reden", stellt die 26jährige Areej fest. Sie ist seit fünf Jahren in Deutschland, aus Syrien geflüchtet. Gemeinsam mit ihrer Familie musste sie hier ein ganz neues Leben anfangen - in einer komplett anderen Gesellschaft. Areej studiert, lebt in einer eigenen Wohnung und liebt das Leben in Deutschland - als gläubige Muslima würde sie aber trotzdem am liebsten einen Syrer heiraten. Wie definiert sie Emanzipation?

Sonntag Dienstag